Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

<Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Walter Theodor Arnold Heuer



Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 21.03.1912
Geburtsort: Demmin | Vorpommern
Ermordet am: Unbekannt
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Walter Theodor Arnold Heuer wurde am 21. März 1912 in Demmin in Vorpommern geboren. Der Ledige war von Beruf Arbeiter. 1942 befand er sich in den Hoffnungstaler Anstalten Lobetal Bernau bei Berlin. Dort hatte er homosexuelle Kontakte mit anderen Insassen.

Im Oktober 1942 nahm die Polizei ihn in "Schutzhaft" und am 19. Oktober 1942 nahm man ihn in der Haftanstalt Berlin-Lehrter Straße in Untersuchungshaft. Das Sondergericht V in Berlin verurteilte ihn am 14. Juli 1943 nach §175a, Ziffer 3, und nach §175 zu einer Zuchthausstrafe von zwei Jahren. Am selben Tag hatte man Karl Gorkow oder Gerkow aus Lobetal kommend in Untersuchungshaft genommen, der von demselben Gericht am gleichen Tag verurteilt wurde.

Zur Strafverbüßung transportierte man Walter Heuer am 13. September 1943 in das Zuchthaus Luckau in Brandenburg. Nach voll verbüßter Strafe entließ der Justizvollzug ihn nicht mehr in die Freiheit, sondern lieferte ihn der Polizei aus. Die Polizei transportierte ihn am 12. Oktober 1944 in das KZ Sachsenhausen. Sein weiteres Schicksal ist nicht bekannt. Es ist aber zu befürchten, dass er in den Wirren der KZ-Auflösung möglicherweise umgekommen ist, als die sonst üblichen Todesmeldungen nicht mehr vorgenommen wurden, denn im Juni 2009 fehlte immer noch der Todeseintrag im Geburtenbuch des Standesamtes seines Geburtsortes.
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover (Dezember 2017). Ich danke Andreas Pretzel, Berlin, für die Informationen aus dem Landesarchiv Berlin.
Ich danke dem Historiker Christian-Alexander Wäldner, Weetzen, für zusätzliche Informationen vom Standesamt Demmin.