Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

<Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Wilhelm Körner



Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 04.09.1896
Geburtsort: Riemke | Westfalen
Ermordet am: 23.06.1941
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Wilhelm Körner wurde am 4. September 1896 in Riemke in Westfalen, heute Stadtteil von Bochum im Ruhrgebiet geboren.1 Er wohnte später in Herne in Westfalen im Ruhrgebiet in der Riemkestraße 76, war geschieden und von Beruf Bergmann. Er bezeichnete sich als glaubenslos.

Am 12. Oktober 1940 transportierte man ihn in das KZ Sachsenhausen, wo ihn die SS als "§175-Berufsverbrecher" einstufte und er die Häftlingsnummer 33.503 erhielt. Untergebracht war er im Block 11, in dem auch viele andere Homosexuelle einquartiert waren. Er erkrankte und befand sich ab den 27. Mai 1941 im Häftlingskrankenrevier. Man teilte ihn am 5. Juni 1941 dem "Kommando S" zu. Damit ist wahrscheinlich der "Transport S" gemeint, auf den zu der Zeit 269 unter anderem durch den Arzt Friedrich Mennecke ausgewählte Häftlinge kamen. Sie wurden mit Lastwagen am 4., 5. und 7. Juni 1941 in die Euthanasie-Tötungsanstalt ⟩ Pirna-Sonnenstein transportiert und in der dortigen Gaskammer mit Kohlenmonoxid erstickt. In dieser Tötungsanstalt wurden 1940 und 1941 etwa 14.000 Menschen ermordet.

Gezielte Vergasungsaktionen wie etwa bei den Juden oder Sinti und Roma sind an Homosexuellen bislang nicht bekannt. Trotzdem gab es auch Vergasungsaktionen an kranken und nicht mehr arbeitsfähigen invaliden KZ-Häftlingen, die für die SS wertlos geworden waren. Darunter waren auch etliche homosexuelle Männer. Diese Mordaktionen sollten vertuscht werden, indem falsche Todesursachen und möglicherweise auch falsche Angaben des Todesortes und Todeszeitpunktes dokumentiert wurden. Deshalb sind die folgenden standesamtlichen Angaben wahrscheinlich eine Fälschung.

Zu seinem Tod gab die SS an, Wilhelm Körner sei am 23. Juni 1941 um 6:15 Uhr angeblich an Kreislaufschwäche beim Grundleiden einer septischen Angina im KZ Sachsenhausen verstorben. Er wurde 44 Jahre alt.
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover (März 2018). Ich danke Fred Brade und Joachim Müller, beide Berlin, für die Informationen aus dem Archiv der Gedenkstätte Sachsenhausen.
Fussnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.