Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

<Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Wilhelm Krüger



Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 09.05.1889
Geburtsort: Augsburg | Bayern
Ermordet am: 05.05.1940
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Wilhelm Krüger wurde am 9. Mai 1889 in Augsburg in Bayern geboren und evangelisch getauft.1 Er wohnte später in Kaiserslautern in der Werderstraße 6 im heutigen Rheinland-Pfalz, war verheiratet und von Beruf Bankangestellter.

Das Landgericht Kaiserslautern verurteilte ihn 1936 wegen "widernatürlicher Unzucht" zu einer drastischen Zuchthausstrafe von drei Jahren. Wieder frei kam er unter den Verdacht homosexuelle Handlungen begangen zu haben und unter Spionageverdacht und die Gestapo nahm ihn in "Schutzhaft". Offensichtlich lagen keine homosexuellen Handlungen vor. Trotzdem überführte man ihn Ende Dezember 1939 in das KZ Sachsenhausen bei Berlin, wo er wohl am 14. Januar 1940 eintraf, ihn die SS als §175-"Schutzhäftling" einstufte und er die Häftlingsnummer 6.562 erhielt. Er kam als Homosexueller in die Strafkompanie. Wilhelm Krüger verstarb am 5. Mai 1940 im Alter von 50 Jahren im KZ Sachsenhausen. Zu seinem Tod gab die SS offiziell an, er habe gegen 3 Uhr den Freitod durch Erhängen gewählt.
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover (Dezember 2017). Ich danke Fred Brade und Joachim Müller, beide Berlin, für die Informationen aus dem Archiv der Gedenkstätte Sachsenhausen.

Fussnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.
  Burkhard Jellonnek, Homosexuelle unter dem Hakenkreuz, Paderborn u. a. 1990, S. 217 f.