Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen & Ravenbrück - Männerlager

Wilhelm Quabeck

Stolperstein Wilhelm Quabeck Geboren am: 18.08.1897
Geburtsort: Hagen
Ermordet am: 19.06.1941
Verlegeort:  20355 Hamburg-Mitte, Brüderstraße 2
Initiator: Keine Angabe
Zum Lebensweg: Wilhelm Quabeck wurde am 18. August 1897 in Hagen in Westfalen im Ruhrgebiet geboren und evangelisch getauft.1 Zuletzt wohnte er in Hamburg, war geschieden und von Beruf Koch und Arbeiter.

Er hatte zahlreiche Vorstrafe. Am 22. Februar 1939 verurteilte ihn das Landgericht Hamburg wegen fortgesetzten Diebstahls unter Anrechnung der Untersuchungshaft auf die Strafhaft zu einer Zuchthausstrafe von zwei Jahren. In der Haft beschrieb man ihn wie folgt: 1,70 m groß, schlanke Gestalt, rasiert, blaugraue Augen und graues Haar. Am 17. März 1939 transportierte man ihn nach Essen, wo er nochmals verurteilt wurde und die weitere Strafe im Zuchthaus Münster in Westfalen verbüßte. Vom 8. Februar bis zum 6. März 1941 befand er sich im Polizeigefängnis Hamburg-Fuhlsbüttel in Haft.

Am 8. März 1941 transportierte man ihn in das KZ Sachsenhausen bei Berlin, wo die SS ihn als "§175-Berufsverbrecher" einstufte und er die Häftlingsnummer 36.627 erhielt. Offenbar war er auch wegen homosexueller Handlungen vorbestraft. Vom 2. bis zum 12. April und dann wieder ab den 10. Mai 1941 musste er in das Häftlingskrankenrevier in Sachsenhausen.

Wilhelm Quabeck verstarb am 19. Juni 1941 im Alter von 43 Jahren im Häftlingskrankenrevier des KZ Sachsenhausen.2
Foto: © „Hinnerk11/Wikipedia“ Quelle: ⟩  Stolpersteine in Hamburg www.stolpersteine-hamburg.de
Autor: Rainer Hoffschildt (Hannover, 2018). Ich danke Fred Brade und Joachim Müller, beide Berlin, für die Informationen aus dem Archiv der Gedenkstätte Sachsenhausen.
Ich danke Ulf Bollmann, Staatsarchiv Hamburg, für zusätzliche Informationen.

Fussnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.
2 Bernhard Rosenkranz †, Ulf Bollmann, Gottfried Lorenz »Homosexuellen Verfolgung in Hamburg 1919 - 1969, Lambda Editions Verlags-, Druck- und Vertriebsges. mbH Hamburg, 2009, S. 248