Der Gesprächskreis Homosexualität

der Ev. Advent-Zachäus-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg
war Initiator der Gedenktafel für die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus.

Totgeschlagen - Totgeschwiegen -
den homosexuellen Opfern
des Nationalsozialismus

<Gedenktafel für die Homosexuellen Opfer - KZ Sachsenhausen

Stolpersteine

für die bisher namentlich bekannten ermordeten Homosexuellen des KZ Sachsenhausen

Walter Willi Erich Richter



Kein Stolperstein vorhanden.
Geboren am: 24.09.1907
Geburtsort: Lichterfelde | b. Berlin
Ermordet am: 28.07.1942
Verlegeort:  
Initiator:  
Zum Lebensweg: Walter Willi Erich Richter wurde am 24. September 1907 in Lichterfelde bei Berlin geboren und evangelisch getauft.1 Der Ledige wohnte auch später in Berlin-Lichterfelde und war von Beruf Hausdiener.

Er wurde anonym denunziert. Vom 26. Oktober bis zum 7. November 1940 befand er sich im Polizeigefängnis Berlin und danach in der Haftanstalt Berlin-Lehrterstraße in Untersuchungshaft. Das Landgericht 9 in Berlin verurteilte ihn am 21. Februar 1941 nach §175 unter Anrechnung von drei Monaten Untersuchungshaft auf die Strafhaft zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und sieben Monaten. Zur Strafverbüßung überführte man ihn am 3. März 1941 in das Gefängnis Tegel. Nach voll verbüßter Strafe entließ der Justizvollzug ihn nicht in die Freiheit, sondern lieferte ihn am 21. Juni 1942 der Polizei zur Vorbeugungshaft aus.

Im Juli 1942 transportierte ihn die Polizei in das KZ Sachsenhausen, wo die SS ihn als Homosexuellen einstufte und er die Häftlingsnummer 44.640 erhielt. Der Zeitpunkt seines Zugangs im KZ Sachsenhausen war denkbar ungünstig. Im Außenlager Klinkerwerk des KZ Sachsenhausen wurden zwischen Juli und September 1942 gezielt etwa 180 bis 200 homosexuelle Häftlinge umgebracht2.

Walter Richter wurde am 28. Juli 1942 im Klinkerwerk des KZ Sachsenhausen von der SS ermordet. Er wurde 34 Jahre alt.
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover (Dezember 2017). Ich danke Fred Brade und Joachim Müller, beide Berlin, für die Informationen aus dem Archiv der Gedenkstätte Sachsenhausen.
Ich danke Andreas Pretzel, Berlin, für die Informationen aus dem Landesarchiv Berlin.
Fussnoten:
1 KZ Sachsenhausen 1939-1945: ⟩ Internet-Totenbuch der Gedenkstätte Sachsenhausen.
2 Joachim Müller in: Joachim Müller, Andreas Sternweiler, Homosexuelle Männer im KZ Sachsenhausen, Berlin 2000, S. 216 ff.
   Video von der Gedenkveranstaltung am 10.09.2017 am Gedenkort Klinkerwerk.